Schlagwort-Archive: Frauenrechtsaktivistin

Haiti: Bedroht, weil sie Opfern von Gewalt hilft

Eine Familie in Village Grâce de Dieu, Port-Au-Prince
© Amnesty International

In Haiti ist die Frauenrechtlerin Sanièce Petit Phat mit dem Tode bedroht worden. Sie geriet wegen ihres Einsatzes für die Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt in Canaan, einem Vorort von Port-au-Prince, ins Visier.

Setzen Sie sich jetzt für die Frauenrechtlerin Sanièce Petit Phat ein! Haiti: Bedroht, weil sie Opfern von Gewalt hilft weiterlesen

Ägypten: Azza Soliman drohen 15 Jahre Gefängnis

Azza Soliman
© Rene Clement

Die Menschenrechtsanwältin Azza Soliman setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte und den Schutz von Frauen ein und wird dafür von den ägyptischen Behörden eingeschüchtert und schikaniert.

Fordern Sie die ägyptischen Behörden jetzt dazu auf, alle Anklagen gegen Azza Soliman unverzüglich fallenzulassen und die systematische Hetzkampagne gegen sie zu beenden.

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Iran: Journalistin im Hungerstreik

Hengameh Shahidi war vor der Präsidentschaftswahl 2009 Beraterin des Kandidaten Mehdi Karroubi. © privat

Die in Teheran inhaftierte iranische Journalistin Hengameh Shahidi befindet sich in kritischem Zustand. Aus Protest gegen ihre Festnahme befindet sie sich im Hungerstreik. Sie ist herzkrank und muss eigentlich Medikamente einnehmen, was sie jedoch verweigert. Die Journalistin wird in Einzelhaft gehalten und hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Iran: Journalistin im Hungerstreik weiterlesen

Bahrain: INHAFTIERTE FRAUENRECHTLERIN SCHWER KRANK

Die bahrainische Frauenrechtlerin Ghada Jamsheer verbüßt als gewaltlose politische Gefangene derzeit die verbleibende Zeit einer zehnmonatigen Haftstrafe. In einer Anhörung im Berufungsverfahren am 7. November will sie aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands eine vorzeitige Haftentlassung beantragen. Bahrain: INHAFTIERTE FRAUENRECHTLERIN SCHWER KRANK weiterlesen

Iran: Sorge um Gesundheit

Dr. Homa Hoodfar: © privat
Dr. Homa Hoodfar: © privat

Der gesundheitliche Zustand der renommierten Anthropologie-Professorin Dr. Homa Hoodfar, die sich seit dem 6. Juni in Einzelhaft befindet, hat sich stark verschlechtert. Sie leidet an einer neurologischen Erkrankung, für die sie keine fachärztliche Behandlung erhält. Es wird befürchtet, dass die Behörden ihr auch die erforderlichen Medikamente verweigern.

Dr. Homa Hoodfar verfügt über die kanadische, iranische und irische Staatsbürgerschaft und ist eine renommierte Anthropologie-Professorin an der Concordia University in Montreal. Seit ihrer willkürlichen Festnahme am 6. Juni befindet sie sich als gewaltlose politische Gefangene im Evin-Gefängnis in Teheran in Einzelhaft. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Sie leidet an einer neurologischen Erkrankung namens Myasthenia gravis. Hierbei handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch eine gestörte Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel gekennzeichnet ist und sich unter Stress verschlimmert. Ihre Angehörigen durften sie nur ein Mal im August besuchen. Dabei erfuhren sie, dass Dr. Homa Hoodfar um den 8. August vorübergehend in das Gefängnis-Krankenhaus oder ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses verlegt worden war, weil sie große Schwierigkeiten beim Schlucken hatte – Symptom einer fortgeschrittenen Myasthenia gravis. Ihre Familie erfuhr nicht, was für eine Behandlung sie erhalten und wann man sie ins Gefängnis zurück gebracht hatte. Das Treffen dauerte nur zehn Minuten und fand in Anwesenheit von Beamt*innen des Geheimdienstes satt, sodass sie sich nicht frei unterhalten konnten. Die Angehörigen von Dr. Homa Hoodfar gaben an, dass sie verwirrt wirkte, ihre Hände zitterten und sie Probleme beim Laufen und Sprechen hatte.

Dr. Homa Hoodfar wird seit ihrer Festnahme das Recht auf rechtlichen Beistand verwehrt. Auch während ihrer Verhöre darf ihr Anwalt nicht anwesend sein. Die Justizbehörden weigern sich, ihrem Rechtsbeistand die Gerichtsakte zu ihrem Fall zu übermitteln und haben ihm lediglich mündlich mitgeteilt, dass sie wegen „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ und „Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen“ angeklagt sei. Im Juli gewährte man ihr ein kurzes Treffen mit ihrem Anwalt, verweigerte ihr jedoch das Recht, sich mit ihm vertraulich zu unterhalten, da das Treffen in Anwesenheit von Geheimdienstbeamt*innen stattfand. Anschließend wurden alle Anträge ihres Anwalts, sie in Haft besuchen zu dürfen, abgelehnt. Auch seine wiederholten Anträge auf eine Freilassung gegen Kaution blieben erfolglos. Im August teilten die Justizbehörden ihrem Anwalt mit, dass er Dr. Homa Hoodfar nicht länger vertreten könne. Ihre Familie beauftragte anschließend einen neuen Rechtsbeistand, dem jedoch ebenfalls mitgeteilt wurde, dass er den Fall nicht übernehmen könne. Derzeit versucht ihre Familie, einen dritten Rechtsbeistand zu beauftragen. Der Fall von Dr. Homa Hoodfar ist der Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran übergeben worden.

SCHREIBEN SIE BITTE

E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte lassen Sie Dr. Homa Hoodfar sofort und bedingungslos frei, da sie eine gewaltlose politische Gefangene ist, die nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit inhaftiert ist.
  • Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass sie bis zu ihrer Freilassung Zugang zu fachärztlicher Behandlung außerhalb des Gefängnisses erhält. Zudem möchte ich Sie daran erinnern, dass eine Verweigerung der medizinischen Behandlung Folter und anderweitiger Misshandlung gleichkommen kann.
  • Stellen Sie bitte auch sicher, dass sie regelmäßigen Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und zu ihrer Familie, einschließlich ihrer im Ausland lebenden Verwandten, hat. Zudem müssen ihr ausreichend Zeit und angemessene Räumlichkeiten bereitgestellt werden, um vertraulich mit ihrem Rechtsbeistand sprechen zu können. Bitte gewähren Sie ihr außerdem Zugang zu den konsularischen Vertreter*innen Kanadas und Irlands.

APPELLE AN

(bitte senden Sie Ihre Appelle über die Botschaft)
RELIGIONSFÜHRER
Ayatollah Sayed ‚Ali Khamenei
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
über
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

OBERSTE JUSTIZAUTORITÄT
Ayatollah Sadegh Larijani
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
über
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

KOPIEN AN
PRÄSIDENT
Hassan Rouhani
über
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Persisch, Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Oktober 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformationen und schneller E-Mail-Appell

Iran: Aktivistin aus Haft entlassen

Die Frauenrechtsaktivistin Mahdieh Golrou wurde am 27. Januar 2015 gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet etwa 215.000 Euro aus der Haft entlassen. Man hatte sie drei Monate lang ohne Anklage im Trakt 2A des Evin-Gefängnisses festgehalten, weil sie bei einer friedlichen Protestaktion Gewalt gegen Frauen im Iran angeprangert hatte.

Iranische Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung: © Third Party
Iranische Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung: © Third Party

Mahdieh Golrou war am 26. Oktober 2014 in ihrem Haus in Teheran festgenommen worden. Dabei wurden ihr Mobiltelefon und ihr Computer beschlagnahmt. Sie wurde zwei Monate lang im Trakt 2A des Evin-Gefängnisses unter der Kontrolle der Revolutionsgarde in Einzelhaft gehalten, bevor sie in eine Gemeinschaftszelle mit einer weiteren Gefangenen im selben Trakt verlegt wurde. Am 12. Januar wurde Mahdieh Golrous Fall auf die Prozessliste der Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran gesetzt. Ein Verfahren hat nach Kenntnisstand von Amnesty International bisher jedoch nicht stattgefunden.

Mahdieh Golrou nahm am 22. Oktober 2014 an einem friedlichen Protest vor dem Parlament in Teheran teil, um Gewalt gegen Frauen anzuprangern und um gegen eine Serie von Säureanschlägen gegen Frauen zu demonstrieren, die Anfang Oktober in Esfahan verübt worden waren. Es wird befürchtet, dass ihre Festnahme einen Versuch darstellt, friedliche Proteste zu unterdrücken und diejenigen mundtot zu machen, die sich für Frauenrechte einsetzen. Mahdieh Golrou war bereits im Dezember 2009 festgenommen und zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt worden. Man hatte sie damals der „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ und der „Versammlung und Verschwörung gegen die Staatssicherheit“ für schuldig befunden.

 

Iran: Freiheit für Bahareh Hedayat!

Bahareh Hedayat, 34, ist Studentin und Frauenrechtlerin und Mitglied der Kampagne für Gleichberechtigung. Sie verbüßt gegenwärtig eine 10-jährige Haftstrafe nach ihrer Verhaftung am 31. Dezember 2009, inmitten der Unruhen nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen. Iran: Freiheit für Bahareh Hedayat! weiterlesen

Iran: In Haft, weil sie Volleyballspiel sehen wollte

Ghoncheh Ghavami ist zum zweiten Mal in den Hungerstreik getreten, nachdem sie erfahren hat, dass man sie zu einem Jahr Haft und einem zweijähriges Reiseverbot verurteilt hat. Sie hatte gegen das Verbot für Frauen protestiert, Sportveranstaltungen von Männern zu besuchen. Das Urteil wurde ihrem Rechtsbeistand nicht offiziell bekanntgegeben. Dadurch ist es Ghoncheh Ghavami nicht möglich, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Sie ist eine gewaltlose politische Gefangene, die unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden muss. Iran: In Haft, weil sie Volleyballspiel sehen wollte weiterlesen

CHINA: HAFT OHNE KONTAKT ZUR AUSSENWELT

Die chinesische Frauenrechtlerin Su Changlan wurde am 27. Oktober von der Polizei abgeführt. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Es wird befürchtet, dass ihre Festnahme mit ihrer im Internet ausgedrückten Unterstützung der Hongkong-Proteste zu tun hat. Die Behörden haben weder ihrem Ehemann noch ihrem Rechtsbeistand Informationen über ihren Verbleib gegeben. Der Aktivistin drohen Folter und andere Misshandlungen.

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Mauretanien: Frauenrechtsaktivistin in Lebensgefahr

Die Menschenrechtsverteidigerin Aminetou Mint El Moctar ist in Lebensgefahr, nachdem der Anführer einer islamistischen Gruppierung Morddrohungen gegen sie ausgesprochen hat. Bislang haben die Behörden keine Maßnahmen eingeleitet, um sie und die übrigen Mitglieder ihrer Organisation zu schützen. Mauretanien: Frauenrechtsaktivistin in Lebensgefahr weiterlesen