Archiv der Kategorie: Schwerpunkt Iran

Iran: GEFANGENE DROHT ZU STERBEN

Atena Daemi, Aktivistin gegen die Todesstrafe. Foto: privat

Der Gesundheitszustand der iranischen Frauenrechtsaktivistin Atena Daemi hat sich extrem verschlechtert. Nach nunmehr 46 Tagen im Hungerstreik ist ihr Zustand lebensbedrohlich und sie kann kein Wasser mehr bei sich behalten. Trotz der Warnungen von Ärzt*innen, weigern sich die Behörden immer noch, sie zu einer fachärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses zu verlegen. Sie ist eine gewaltlose politische Gefangene.

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Iran: Schlechter Gesundheitszustand

Atena Daemi, Aktivistin gegen die Todesstrafe. Foto: privat

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Atena Daemi ist am 8. April in den Hungerstreik getreten. Sie protestiert damit gegen die Gefängnisstrafen ihrer Schwestern Hanieh und Ensieh wegen „Beleidigung von Beamt*innen im Dienst“. Ihr Gesundheitszustand ist inzwischen äußerst bedrohlich.

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Iran: Gefangenen wird medizinische Versorgung verweigert

Die iranischen Behörden verweigern gewaltlosen politischen Gefangenen und anderen politischen Häftlingen eine angemessene medizinische Versorgung. Damit setzen sie leichtfertig das Leben dieser Inhaftierten aufs Spiel. Den Betroffenen drohen zudem chronische Gesundheitsschäden und bleibende Behinderungen. Iran: Gefangenen wird medizinische Versorgung verweigert weiterlesen

Erfolg: Atena Farghadani ist frei!

Atena Farghadani kam Anfang Mai 2016 frei, nachdem ein Berufungsgericht in Teheran ihre ursprünglichen 12 Jahre und neun Monate Haft auf 18 Monate dramatisch reduziert hatte. Von denen hatte sie die meisten schon verbüßt.

Eine weitere dreijährige auf vier Jahre bedingte Haftstrafe wegen „Beleidigung des iranischen Obersten Führers“ bedeutet aber, dass die Gefahr der Inhaftierung weiterbesteht.

Atena Farghadani nach ihrer Freilassung aus dem Evin-Gefängnis © Campaign to Defend Political and Civil Prisoners in Iran
Atena Farghadani nach ihrer Freilassung aus dem Evin-Gefängnis © Campaign to Defend Political and Civil Prisoners in Iran

Die iranische Malerin und gewaltlose politische Gefangene hatte Rechtsmittel gegen ihre lange Haftstrafe eingelegt. Für die Dauer des Berufungsverfahrens befand sie sich weiterhin im Gefängnis. Die Behörden haben bestätigt, sie Jungfräulichkeits- und Schwangerschaftstests unterzogen zu haben.

Sie war der folgenden Anklagepunkte für schuldig befunden worden: „Beteiligung an Versammlungen und Verschwörungen gegen die nationale Sicherheit“, „Beleidigung von Parlamentsabgeordneten durch Zeichnungen“, „Verbreitung von Propaganda gegen das System“, „Beleidigung des Präsidenten“ und „Beleidigung des Religionsführers“. Die Vorwürfe beziehen sich auf ihre friedlichen Aktivitäten, unter anderem auf ihre Bekanntschaft mit den Familien von politischen Gefangenen, ihre regierungskritischen Einträge auf Facebook und ihre Kunst.

Im Juni 2015 wurden Atena Farghadani und ihr Anwalt Mohammad Moghimi wegen „unehelicher sexueller Beziehungen, die nicht außerehelichem Geschlechtsverkehr gleichkommen“ angeklagt. Grund für die Anklage war, dass sie sich im Gefängnis bei einem Treffen die Hand gegeben hatten. Am 19. Oktober 2015 sprach ein Strafgericht in Teheran beide von dieser Anklage frei.

Mehr Information (englisch)

 

 

 

 

 

Iran: Narges Mohammadis Behandlung abgebrochen

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi ist aus dem Krankenhaus zurück in das Evin-Gefängnis in Teheran gebracht wurden, obwohl ihr Gesundheitszustand kritisch ist und das medizinische Fachpersonal sich dagegen aussprach, die benötigte fachärztliche Behandlung abzubrechen. Narges Mohammadi ist eine gewaltlose politische Gefangene.

Narges Mohammadi ist am 11. Oktober aufgrund von Lähmungserscheinung aus dem Evin-Gefägnis in Teheran in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie leidet an einer Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in ihren Lungen) und an einer neurologischen Erkrankung, die sich durch Lähmungserscheinungen äußert. Ihre medizinische Behandlung wurde am 28. Oktober unterbrochen, als sie gegen den Rat des medizinischen Fachpersonals zurück in das Evin-Gefängnis gebracht wurde. Ihr Ehemann, Taghi Rahamani, teilte Amnesty International mit, dass seine Frau in den ersten Tagen mit Handschellen an das Krankenhausbett gefesselt wurde. Zudem befanden sich während ihres gesamten Krankenhausaufenthalts Polizeibeamt_innen in dem Raum und an der Tür.

Narges Mohammadi wurde bereits am 7. Oktober wegen Lähmungserscheinungen in das Krankenahaus Imam Khomeini in Teheran gebracht. Nach nur wenigen Stunden brachten die Behörden sie wieder zurück ins Gefängnis, obwohl Neurolog_innen empfahlen, sie für eine fachärztliche Behandlung in ein Krankenhaus zu verlegen.

Das für den 6. Oktober angesetzte Gerichtsverfahren gegen Narges Mohammadi wegen „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ und „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ hat nicht stattgefunden. Das Gericht stellte keine Erklärung dafür bereit. Die Staatsanwaltschaft verweigert Narges Mohammadi außerdem ihr Recht, Telefonate mit ihren Kindern zu führen. Die beiden achtjährigen Zwillinge sind kürzlich zu ihrem Vater ins Ausland gezogen, da sie im Iran keine Betreuungsperson hatten. Zuletzt hat Narges Mohammadi vor mehr als drei Monaten mit ihren Kindern gesprochen.

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi befindet sich seit dem 5. Mai in Haft und wurde am 1. August aufgrund von Lähmungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht, aber sofort wieder ins Gefängnis überstellt. Ihr wird die notwendige fachärztliche Versorgung verweigert. Die Anklagen gegen sie stehen mit ihrem Engagement für die Menschenrechte im Zusammenhang. Narges Mohammadi ist eine gewaltlose politische Gefangene.

Neben der verweigerten medizinischen Versorgung, darf Narges Mohammadi außerdem nicht mit ihren Kindern telefonieren. Die beiden achtjährigen Zwillinge sind zu ihrem Vater nach Paris gezogen, da sie im Iran keine Betreuungsperson hatten. Seit zwei Monaten hat sie nicht mehr mit ihren Kindern gesprochen.

Im Juli schrieb Narges Mohammadi einen erschütternden Brief aus dem Gefängnis. Auszüge finden Sie hier

Der Brief war Anlass für die Gründung einer Kampagne zur Unterstützung von Müttern im Gefängnis

Online-Appell (englisch)

 

 

Iran: Aktivistin aus Haft entlassen

Die Frauenrechtsaktivistin Mahdieh Golrou wurde am 27. Januar 2015 gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet etwa 215.000 Euro aus der Haft entlassen. Man hatte sie drei Monate lang ohne Anklage im Trakt 2A des Evin-Gefängnisses festgehalten, weil sie bei einer friedlichen Protestaktion Gewalt gegen Frauen im Iran angeprangert hatte.

Iranische Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung: © Third Party
Iranische Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung: © Third Party

Mahdieh Golrou war am 26. Oktober 2014 in ihrem Haus in Teheran festgenommen worden. Dabei wurden ihr Mobiltelefon und ihr Computer beschlagnahmt. Sie wurde zwei Monate lang im Trakt 2A des Evin-Gefängnisses unter der Kontrolle der Revolutionsgarde in Einzelhaft gehalten, bevor sie in eine Gemeinschaftszelle mit einer weiteren Gefangenen im selben Trakt verlegt wurde. Am 12. Januar wurde Mahdieh Golrous Fall auf die Prozessliste der Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran gesetzt. Ein Verfahren hat nach Kenntnisstand von Amnesty International bisher jedoch nicht stattgefunden.

Mahdieh Golrou nahm am 22. Oktober 2014 an einem friedlichen Protest vor dem Parlament in Teheran teil, um Gewalt gegen Frauen anzuprangern und um gegen eine Serie von Säureanschlägen gegen Frauen zu demonstrieren, die Anfang Oktober in Esfahan verübt worden waren. Es wird befürchtet, dass ihre Festnahme einen Versuch darstellt, friedliche Proteste zu unterdrücken und diejenigen mundtot zu machen, die sich für Frauenrechte einsetzen. Mahdieh Golrou war bereits im Dezember 2009 festgenommen und zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt worden. Man hatte sie damals der „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ und der „Versammlung und Verschwörung gegen die Staatssicherheit“ für schuldig befunden.

 

Iran: Freiheit für Bahareh Hedayat!

Bahareh Hedayat, 34, ist Studentin und Frauenrechtlerin und Mitglied der Kampagne für Gleichberechtigung. Sie verbüßt gegenwärtig eine 10-jährige Haftstrafe nach ihrer Verhaftung am 31. Dezember 2009, inmitten der Unruhen nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen. Iran: Freiheit für Bahareh Hedayat! weiterlesen

Iran: Erfolg – Ghoncheh Ghavami ist frei

Im Juni protestierte sie friedlich dagegen, dass Frauen nicht zu den Spielen der Volleyball-Weltliga im Iran durften. Sie wurde festgenommen und saß größtenteils in Einzelhaft und ohne Zugang zu ihrem Rechtsbeistand im Gefängnis. Zweimal trat sie in den Hungerstreik. Unterstützer_innen von Amnesty International hatten sich für Ghoncheh eingesetzt und Appelle an die iranische Regierung geschickt. Jetzt wurde sie unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Danke allen, die Briefe und E-Mails für ihre Freilassung schickten!