Afghanistan: Brishna weiterhin in Gefahr

Der Mullah, der die zehnjährige Brishna aus der afghanischen Provinz Kunduz vergewaltigt haben soll, ist am 25. Oktober zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Familie des Mädchens hat schriftliche Garantien abgegeben, dass sie ihr nichts antun wird. Allerdings darf Brishna nicht länger die Schule besuchen und ist nach wie vor von Vergeltungsmaßnahmen bedroht.

Am 25. Oktober wurde der Mullah, der Brishna vergewaltigt haben soll, wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verurteilung erfolgte gemäß Paragraf 17 (Absatz 2 und 3) des afghanischen Gesetzes zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Er erhielt die Höchststrafe.

Frauenrechtlerinnen in Afghanistan: © Pajhwok Afghan News
Frauenrechtlerinnen in Afghanistan: © Pajhwok Afghan News

Der Frauenrechtsorganisation Women for Afghan Women zufolge befindet sich Brishna bei ihrer Familie und es geht ihr gut. Die Organisation hatte sich von Anfang an des Falles angenommen. Women for Afghan Women sowie andere afghanische Organisationen und die Behörden stehen in engem Kontakt zu Brishna. Der Vater des Mädchens sowie weitere männliche Verwandte haben schriftliche Garantien abgegeben, dass sie ihr nichts antun werden, und ihnen drohen bei Zuwiderhandlung strafrechtliche Sanktionen.

Vergewaltigungsopfern droht in Afghanistan der sogenannte „Ehrenmord“, da man ihnen vorwirft, sie hätten „Schande“ über die Familie und die Gemeinschaft gebracht. Sie werden somit eher als Verantwortliche denn als Opfer betrachtet. Die Familie von Brishna hat das Mädchen wegen der empfundenen „Schande“ aus der Schule genommen.

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