Senegal: Khady Bassène fordert Aufklärung über die Entführung ihres Mannes

Seit der gewaltsamen Verhaftung ihres Mannes durch Soldaten im Jahr 1999 versucht Khady Bassène die Wahrheit über sein Verschwinden herauszufinden und fordert Entschädigung – bislang ohne Erfolg.Khady Bassène ist 62 Jahre alt und lebt in Casamance im Süden von Senegal, wo seit über zwei Jahrzehnten Kämpfe zwischen der Regierungsarmee und einer bewaffneten Gruppe, die für die Unabhängigkeit der Region eintritt, stattfinden.

Am 4. August 1999 wurde Jean Diandy, ihr Ehemann, aus seinem Haus von Soldaten der Regierungsarmee entführt, weil ihm unterstellt wurde, die bewaffnete Opposition zu unterstützen. Khady Bassène war während der illegalen Verhaftung nicht zu Hause. Ein weiterer Mann, der mit Jean Diandy verhaftet worden war und nach einiger Zeit wieder freigelassen wurde, berichtete, dass sie in ein Haftzentrum in der Nähe von Ziguinchor, der Hauptstadt der Region, gebracht worden waren.

Khady Bassène suchte ihren Mann, fragte im Militärlager und auf der Polizeistation nach und reichte am 31. August 1999 wegen der illegalen Festnahme und Haft ihres Mannes formell Anzeige ein. Der Richter vernahm den Zeugen der Verhaftung, aber am 7. August 2000 wurde das Verfahren eingestellt – ohne dass Khady Bassène darüber informiert wurde. Sie konnte somit nicht von ihrem Recht auf Berufung Gebrauch machen.

Khady Bassène hat es nie bereut, die Anzeige eingebracht zu haben. Sie will wissen, was mit ihrem Mann passiert ist, und sie will trauern können. Allerdings wurde sie dafür von vielen Menschen kritisiert und angefeindet, weil sie mit einer Anzeige gegen das Militär sich und ihre Familie (sie hat sieben Kinder) in Gefahr brächte. Khady Bassène ist eine der beiden Familien im gesamten Senegal, die es gewagt hatten, eine Anzeige einzubringen.

Als sie versuchte, die Pension ihres Mannes in Anspruch zu nehmen, wurde ihr das zunächst verwehrt, weil sie keine Todesurkunde vorweisen konnte. Sie erhielt schließlich seine Todesurkunde, ausgestellt auf den 4. März 1999 (d.h. fünf Monate vor seiner Verhaftung).

Khady Bassène lebt heute am Stadtrand von Ziguinchor, in einem Haus, das ihr ein entfernter Verwandter überlassen hat. Er plant aber zurückzukehren, und sie würde dann auf der Straße stehen. Sie ist gesundheitlich geschwächt und kann nicht mehr ihrer Arbeit als Köchin nachgehen. Eine Entschädigung würde ihr helfen, ihren Lebensabend in Würde zu verbringen.

2004 erließ der senegalische Präsident eine Amnestie für alle Menschenrechtsverletzungen, die von der Armee in Casamance begangen wurden.

Helfen Sie mit!

Unterstützen Sie Khady Bassène in ihrem Anliegen. Fordern Sie die senegalesischen Behörden auf, die Untersuchung über die Entführung von Jean Diandy wieder aufzunehmen, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen und Khady Bassène eine Entschädigung zu zahlen.

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis Ende Oktober 2011 teilnehmen

 

Musterbrief:

Minister of Justice
Monsieur Cheikh Tidjane Sy
Ministère de la Justice
Building administratif
BP 4030 Dakar
SENEGAL

 

Your Excellency,

I am writing to demand that an investigation into the death of Jean Diandy is re-opened and the suspected perpetrators be brought to justice in accordance with international fair trial standards.

I call for Khady Bassène to be allowed to seek reparation for the enforced disappearance of her husband, including financial compensation.

Please break the cycle of impunity regarding human rights violations in Senegal at all levels.

Yours sincerely,
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.