Irland: Amnesty-Kampagne zu Schwangerschaftsabbruch wirkt

„Feiern wir die irische Bevölkerung dafür, dass sie Forderungen für das Wohl der Frauen stellen!“, erklärte Amnesty International zum St. Patrick´s Day 2016, um den Standpunkt der Ir*innen zum Thema Schwangerschaftsabbruch genauer zu beleuchten.

Irland-She-is-not-a-criminal-Repor2tcoverklIrland gehört weltweit zu den Ländern mit dem restriktivsten Verbot von Schwangerschaftsabbruch. Trotzdem stimmten 87% der Befragten dafür, einen Schwangerschaftsabbruch einfacher zugänglich zu machen. Diese Umfrage wurde von Amnesty International in Ireland in Auftrag gegeben und von  dem irischen Marktforschungsinstitut Red C durchgeführt. Aus den Ergebnissen wird ersichtlich, wie viel Amnesty Internationals Kampagne She is #notacriminal bewirkt hat.

87% der Befragten sprachen sich für einen einfacheren Zugang zu Schwangerschaftsabbruch aus (Anstieg um 6% seit dem Start der Kampagne im Mai 2015).

72% wollen die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbruch (Anstieg um 5%).

80% sind sich bewusst, dass Frauen und Mädchen unter bestimmten Bedingungen ein Recht auf den Zugang zu Schwangerschaftsabbruch haben (Anstieg um 10%).

60% finden es heuchlerisch, dass die Regierung Schwangerschaftsabbruch in Irland verbietet, aber erlaubt, dafür ins Ausland zu reisen.

72% sind der Meinung, dass Frauen, die sich keine Auslandsreise zum Zweck eines Abbruchs leisten können, diskriminiert werden.

55% beschreiben Irlands Gesetze zu Schwangerschaftsabbruch als „grausam und unmenschlich“.

68% finden, dass das Recht der Frauen auf Schwangerschaftsabbruch (egal aus welchen Gründen) respektiert werden muss.

Nur 5% sind gegen Schwangerschaftsabbruch, egal unter welchen Umständen. Aber 34% davon sind der Meinung, dass man den 8. Zusatzartikel der irischen Verfassung widerrufen sollte, demnach das Ungeborene dieselben Rechte wie die schwangere Frau hat.

Dieser Zusatzartikel wurde 1983 mehrheitlich beschlossen. Heute verlangen die Ir*innen von ihrer neuen Regierung, die Rechte von Mädchen und Frauen zu respektieren. Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist längst nicht mehr so umstritten, wie es gewöhnlich in den Medien dargestellt wird.

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