Internationaler Frauentag: Frauen, die sich weigern, auf ihre Rechte zu warten

Frauenmarsch in Washington, USA, 21. Jänner 2017. © Getty Images

Menschen auf der ganzen Welt nehmen am 8. März am Frauen-Streik teil. Vielerorts wird demonstriert und Frauen werden aufgerufen einen Tag lang nicht zu arbeiten, nicht einzukaufen und aus Solidarität rot zu tragen.

Die Lehrerin SU CHANGLAN  konnte nicht zusehen, wenn wieder ein Mädchen als Kinderbraut verkauft wurde. Sie unterstützte die Eltern bei der Suche und setzte sich auch für Landrechte und prodemokratische Proteste in Hongkong ein. Seit 2015 ist sie in Haft.

Können wir uns einen Tag ohne Frauen, wie die hier vorgestellten hier, leisten? Ihre Weigerung zu warten, bis sich etwas ändert, ist der Schlüssel rückschrittlichen Entwicklungen bei den Frauenrechten Einhalt zu gebieten.

Wenn es etwas gibt, das wir vom Frauenmarsch im Jänner gelernt haben, ist es, dass Frauen das Warten satt haben. Da marschierten mehr als drei Millionen Menschen – aller Geschlechter – in den USA, aber auch in anderen Ländern der Welt für die Rechte von Frauen und benachteiligten Minderheiten.

Die Ärztin Dr. TLALENG MOFOKENG setzt sich für lautstark für sexuelle und reproduktive Rechte in Südafrika ein. Zudem prangert sie die vielen Vergewaltigungen an und fordert von medizischem Personal, Patientinnen mit Respekt zu behandeln.

Und am Internationalen Frauentag treibt uns dieselbe Motivation an –angespornt durch die frauenfeindlichen Sprüche von US-Präsidenten Donald Trump, dem diskriminierenden Einreiseverbot und den Richtlinien, die weitreichende und tiefgreifende Auswirkungen auf Migrant*innen und andere Minderheiten haben.

SAMIRA HADIDI ist eine Wegbereiterin für Frauen. Als Vorsitzende des Afghan Women’s Network sorgt sie dafür, dass die Stimmen der Frauen von der Regierung gehört werden. Sie fordert auch die internationale Gemeinschaft laufend auf, Frauenrechte in den Verhandlungen zu berücksichtigen. © Barry Batchelor/PAandere Minderheiten haben.

Trumps Politik gefährdet auch die Gesundheit und das Leben von Frauen. Aber all das gibt es nicht nur in den USA. In vielen Ländern und auch bei uns sind ähnliche Tendenzen zu erkennen. Wenn es um Ungleichheiten geht, denen Frauen auf der ganzen Welt begegnen, sind die Statistiken unbestreitbar.

Das norwegische Gesetz erlaubte dem früheren U-Boot Kommandanten JEANETTE JOHN SOLSTAD REMØ nicht, legal als Frau zu leben, ohne eine komplette medizinische Geschlechtsumwandlung. Nach ihrer intensiven Kampagne wurde das Gesetz geändert.

Das World Economic Forum prognostiziert, dass es weitere 169 Jahre dauern wird, bis das geschlechts-spezifische Lohngefälle ausgeglichen ist. Dies ist nur eine von vielen schockierenden Zahlen, die zeigt, wie lange es noch dauern könnte, dass Frauen und Mädchen Gleichheit erlangen. Auf der ganzen Welt können rund 225

CONNIE GREYEYES, eine Aktivistin der Cree, unterstützt Familien, in denen Frauen „verschwanden“ und brachte die Regierung Kanadas dazu, endlich eine nationale Erhebung zur Gewalt gegen indigene Frauen zu beginnen.

Millionen Frauen nicht selbst entscheiden, ob oder wann sie Kinder bekommen wollen, da sie keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben. Jedes Jahr sterben etwa 47.000 Frauen als Folge von unsicheren Abtreibungen und weitere fünf Millionen tragen

Furchtlos und selbstbewusst trotzte LOUJAIN AL-HATHLOUL dem saudiarabische Fahrverbot und verbrachte 2014 73 Tage im Gefängnis. 2015 kandidierte sie für die Wahl, kam aber nicht auf die Wahlliste. Jetzt kämpft sie für die Gleichberechtigung der Frauen und Mädchen im Land.

Gesundheitsschäden davon. Schätzungsweise erleben 35 Prozent der Frauen weltweit körperliche oder sexuelle Gewalt. Mehr als 32 Millionen Mädchen auf der ganzen Welt – verglichen mit etwa 29 Millionen Buben – besuchen keine Grundschule. Und 700 Millionen Frauen, die heute leben, waren verheiratet bevor sie 18 Jahre alt waren.

Angesichts des langen Weges, der noch zu gehen ist, sagen Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt „genug ist genug“. Hier sind Frauen, die an vorderster Front kämpfen, um ihre Rechte einzufordern. Frauen, die sich weigern, Ungerechtigkeit zu akzeptieren.

Sie werden nicht warten und wir auch nicht.

Was ist mit Ihnen? Setzen Sie sich für die Rechte der Frauen und Mädchen ein!

Schutz für indigene Frauen (Kanada)

Gegen das absolute Verbot von Schwangerschaftsabbruch (El Salvador)

Freiheit für Nazanin (Iran)

Für Migrant*innen in Zentralamerika

Medizinische Hilfe für Trần Thị Thúy (China)

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