HONDURAS: ANGRIFFE AUF INDIGENENORGANISATION

Am 30. Juni wurden die Koordinator*innen der Indigenenorganisation COPINH – Berta Zuniga Cáceres, Sotero Chavarría Fúnez und José Asunción Martínez – auf ihrem Weg zur Stadt La Esperanza von Unbekannten angegriffen. Dieser Angriff macht deutlich, dass COPINH-Mitglieder nach wie vor in Gefahr sind.

Am 30. Juni waren Berta Zuniga Cáceres, Generalkoordinatorin derIndigenenorganisation Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH) und die Nationalkoordinatoren von COPINH Sotero Chavarría Fúnez und José Asunción Martínez auf ihrem Weg zurück nach La Esperanza. Sie kamen aus Cancire in der Kommune Santiago Puringla, wo sie mit dem Indigenenrat Strategien zum Schutz von Indigenengebieten und der Umwelt in Cancire erarbeitet hatten. Mitglieder von COPINH teilten Amnesty International mit, dass sie gegen 14.36 Uhr auf einer Landstraße von einem Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit überholt wurden. Ein Stück weiter hielt der Wagen in der Mitte der Straße an. Drei Personen mit Macheten sowie der Fahrer stiegen aus, bauten sich drohend neben ihrem Fahrzeug auf und versuchten mit den Macheten auf den Wagen der COPINH-Mitglieder einzuschlagen. Die COPINH-Mitglieder versuchten, an ihnen vorbeizufahren. Zwar konnte der Fahrer die Angreifer umrunden, doch einer der bewaffneten Männer warf einen Stein nach dem Auto, der die Windschutzscheibe traf. Einige Minuten später überholte dasselbe Fahrzeug erneut den Wagen von COPINH; einziger Insasse des angreifenden Wagens war diesmal nur der Fahrer. Dieser versuchte, das Auto von COPINH von der Straße zu drängen. Das Auto des Angreifers fuhr auch bei langsamerem Tempo durchgehend vor dem Wagen her. Als sie eine bewohnte Gegend erreichten, schafften es die COPINH-Mitglieder, ihren Angreifer abzuschütteln.

Sotero Chavarría Fúnez hat Amnesty International gegenüber geäußert, dass sich vor einigen Tagen zwei unbekannte Männer in seinem Heimatort nach seinem derzeitigen Aufenthaltsort erkundigt haben. Im Juni haben unbekannte Männer versucht, die Mutter seiner Kinder in einem Fahrzeug zu entführen. Am 21. Juni bedrohte COPINH zufolge ein Unbekannter Francisco Javier Sánchez, einen weiteren Koordinator von COPINH, bei der Feldarbeit mit vorgehaltener Waffe und sagte, er werde seine Kinder töten.

Hintergrundinformationen und schneller E-Mail-Appell

Amnesty fordert:

  • Bitte ergreifen Sie alle gebührenden Maßnahmen, um die Sicherheit der COPINH-Mitglieder und der Familienangehörigen von Berta Cáceres in Absprache mit ihnen zu gewährleisten. Da die Interamerikanische Menschenrechtskommission bereits Schutzmaßnahmen erlassen hat, haben die honduranischen Behörden die Pflicht, für den Schutz der Betroffenen zu sorgen.
  • Ich fordere Sie auf, umgehend eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Angriffe, von denen COPINH-Mitglieder berichten, einzuleiten.
  • Erkennen Sie bitte die legitime und rechtmäßige Menschenrechtsarbeit von COPINH öffentlich an.

Appell an:

General de División Julián Pacheco Tinoco
Secretaría de Estado en el Despacho de Seguridad
Aldea el Ocotal
Antiguo Local de la Academia Nacional de Policía ANAPO
Tegucigalpa
HONDURAS

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Honduras
S. E. Herrn Ramón Custodio Espinoza
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Telefax: (+49 / 30) 397 497 12
E-Mail: informacion.embahonduras.de(at)gmail.com

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