Haiti: Bedroht, weil sie Opfern von Gewalt hilft

Eine Familie in Village Grâce de Dieu, Port-Au-Prince
© Amnesty International

In Haiti ist die Frauenrechtlerin Sanièce Petit Phat mit dem Tode bedroht worden. Sie geriet wegen ihres Einsatzes für die Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt in Canaan, einem Vorort von Port-au-Prince, ins Visier.

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Sanièce Petit Phat ist Koordinatorin der Frauenrechtsorganisation Mouvman Fanm Lakay an Aksyon („Frauenbewegung in Aktion“; MOFALAK). Die Organisation engagiert sich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und ist in Canaan tätig, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince. Canaan ist im Zuge des verheerenden Erdbebens von 2010 entstanden, das weite Teile von Port-au-Prince zerstört hatte.

Im Juli 2016 berichtete Sanièce Petit Phat, dass sie und ihre Familie von einem Nachbarn eingeschüchtert und mit dem Tode bedroht worden seien. Er drohte insbesondere damit, ihre beiden Kinder umzubringen. Dem Nachbarn wird häusliche Gewalt gegen seine Frau vorgeworfen und er war offenbar besorgt, dass MOFALAK ihn bei den Behörden anzeigen würde. Sanièce Petit Phat sagte Amnesty International, dass der Mann sich durch die Arbeit der Organisation bedroht fühle.

Am 11. Oktober 2017 griff dieser Nachbar Raymond Charité, den Neffen von Sanièce Petit Phat, mit einem spitzen Gegenstand an. Raymond Charité wohnt bei Sanièce Petit Phat, der Vorfall ereignete sich jedoch an seinem Arbeitsplatz. Er trug Verletzungen davon, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Laut Angaben von Raymond Charité sagte sein Angreifer, dass er erst dann von gewaltsamen Angriffen absehen würde, wenn Sanièce Petit Phat und ihre Familie die Gegend verlassen.

Sanièce Petit Phat zeigte den Nachbarn wegen des Angriffs auf ihren Neffen an, der daraufhin am 17. Oktober von der Polizei festgenommen wurde. Am 26. Oktober entschied die Staatsanwaltschaft von Croix-des-Bouquets jedoch, ihn wieder freizulassen. Die Gründe für seine Freilassung sind nicht bekannt und Sanièce Petit Phat fürchtet nun um ihr Leben und um die Sicherheit ihrer Familie. Sie geht tagsüber nicht mehr aus dem Haus und übernachtet jede Nacht woanders.

Fälle von sexualisierter Gewalt und Gewalt gegen Frauen und Mädchen sind in Haiti nach wie vor weit verbreitet und werden nur in den wenigsten Fällen zur Anzeige gebracht. Zumeist gehen die Verantwortlichen straffrei aus, da im Strafjustizsystem eine Kultur der Straflosigkeit herrscht. MOFALAK unterstützt Frauen und Mädchen, die Überlebende verschiedener Formen von Gewalt sind, einschließlich „körperlicher, seelischer, verbaler und wirtschaftlicher Gewalt“. Die Organisation verurteilt diese Formen von Gewalt regelmäßig öffentlich in den Medien oder bei den Behörden. MOFALAK organisiert zudem Sensibilisierungsprogramme zu Frauenrechten und engagiert sich für eine stärkere politische und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen in der haitianischen Gesellschaft.

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