Griechenland: FLÜCHTLINGSLAGER GERÄUMT

Eines der drei Elliniko-Flüchtlingslager in Athen: das alte Flughafengebäude © Giorgos Moutafis/Amnesty International

Am 2. Juni wurden die drei Flüchtlingslager im Stadtteil Elliniko in Athen geräumt. Die Mehrheit der Flüchtlinge und Migrant*innen, die sich dort noch aufhielten, wurden mit Bussen in andere Lager gebracht. In den letzten Tagen vor der Evakuierung wurden die Lagerbewohner*innen endlich zu ihren besonderen Umständen befragt. Es ist jedoch immer noch unklar, ob alle Personen in Unterkünfte entsprechend ihrer Bedürfnisse gebracht wurden.

Die Räumung der drei Lager in Elliniko in Athen fand am 2. Juni in Gegenwart der griechischen Polizei statt. Hunderte Flüchtlinge und Migrant*innen, die sich noch dort aufhielten, wurden mit Bussen in alternative Lager außerhalb von Athen gebracht. Die drei Lager sind nun geschlossen.

Vor der Räumung begannen die Behörden mit Hilfe der Internationalen Organisation für Migration (IOM) eine Registrierung, um die individuellen Unterbringungsbedürfnisse der Bewohner*innen zu ermitteln. Laut von Amnesty International eingeholten Informationen befragte man die Bewohner*innen zu ihrer speziellen Situation, wie zum Beispiel zur Zusammensetzung ihrer Familie, wie lange sie schon in Griechenland seien und ob Erkrankungen vorlägen. Sie wurden später über die Leistungen informiert, die an dem Ort, zu dem sie gebracht wurden, bereitgestellt werden.

Die Initiierung dieses Prozesses ist begrüßenswert, doch noch ehe er begann, ordnete das griechische Einwanderungsministerium an, dass die Mehrheit der NGOs, die dort lebenswichtige Leistungen bereitstellen, die Lager zu verlassen hätten. Seit dem 23. Mai waren nur noch zwei Organisationen auf den Lagergeländen anwesend, um medizinsche Leistungen und Nahrung bereitzustellen.

In einem der drei Lager – der Ankunftshalle des nicht mehr genutzten Flughafens – wurde Amnesty International darüber informiert, dass viele Bewohner*innen es ablehnten, sich von den Behörden und der IOM für den Transfer zu anderen Unterbringungsgeländen registrieren zu lassen. Viele gaben an, dass sie erst am Abend vor der Räumung über die Verlegung in andere Lager außerhalb von Athen informiert worden seien. Am Tag der Räumung wurden sie von Bereitschaftspolizist*innen geweckt, die in das Gebäude kamen und ihnen mitteilten, dass sie das Gebäude verlassen müssten. Die griechische Polizei teilte Amnesty International mit, dass 69 alleinreisende Männer zur Aufnahme ihrer persönlichen Daten in eine Polizeiwache in Athen gebracht worden seien. Laut letzter Informationen sei die Mehrheit von ihnen dann in andere Lager gebracht worden, mindestens neun Männer befänden sich aber weiterhin in Haft.

Seit April 2017 fordert Amnesty International eine wirkliche Konsultation aller Bewohner*innen der Lager in Elliniko hinsichtlich alternativer Unterbringung mit Blick auf die Schließung des Geländes, das sich in keiner Weise zur Unterbringung von Menschen eignete. Darüber hinaus forderte Amnesty International die Behörden auf, die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen zu beachten und Orte entweder in Athen oder mit leichten Zugang nach Athen in Erwägung zu ziehen, so dass die Elliniko-Bewohner*innen weiterhin Unterstützung durch Netzwerke erhalten können, die sie in ihrer Zeit in Elliniko aufgebaut haben, dazu gehört die medizinische und psychologische Behandlung.

Amnesty International wird die Situation vor Ort mit den Geflüchteten und anderen Kontakten weiter beobachten, darunter auch die alternativen Unterbringungsbedingungen für Frauen und Mädchen.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich.

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