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Kolumbien: Morddrohungen

Schild, das ein afro-kolumbianisches Gebiet ausweist: © privat
Schild, das ein afro-kolumbianisches Gebiet ausweist: © privat

Im kolumbianischen Departamento de Cauca werden zahlreiche afro-kolumbianische Aktivist*innen bedroht, weil sie sich gegen illegale Bergbauaktivitäten wehren und den Schutz ihrer territorialen Rechte fordern.

Am 28. April erhielt Francia Márquez, Sprecherin der afro-kolumbianischen Gemeinde La Toma im Verwaltungsbezirk Suárez im Departamento de Cauca, per SMS eine Morddrohung. In der Kurznachricht wurden zudem zwei weitere Sprecher*innen von La Toma bedroht. In der SMS stand: „ALSO es ist Zeit, mit denen abzurechnen, die sich selbst Verteidiger von Territorien nennen, diese Hurensöhne Eduar Mina, Francia Márquez, Jhon Jairo Valverde. Wir wissen, wo ihr euch aufhaltet, der Befehl lautet euch zu töten, damit ihr der Entwicklung nicht im Weg steht. Ihr wurdet gewarnt, macht euch bereit. Unterschrieben BACRIN [sic]“. Paramilitärische Gruppen, die nach wie vor häufig mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiten, werden von der kolumbianischen Regierung als kriminelle Banden bezeichnet, und das spanische Akronym hierfür ist BACRIM.

Francia Márquez und andere Sprecher*innen von La Toma sind in der Vergangenheit wiederholt bedroht worden, weil sie fordern, dass die Rechte der Gemeinde auf ihr angestammtes Land geschützt werden und der Ressourcenabbau durch Bergbaufirmen – darunter internationale Goldförderunternehmen – verhindert wird.

Am 27. April berichteten Angehörige der Gemeinde, zwei unbekannte Männer gesehen zu haben, von denen mindestens einer sein Gesicht mit einem Schal verdeckt hatte und die auf einem Motorrad ohne Nummernschild unterwegs waren. Sie hielten in Suárez im Verwaltungsbezirk Suárez und im Weiler Yolombó von La Toma an. Berichten zufolge wollten sie wissen, wo sich Alexa Leonor Mina und Mery Yein Mina aufhielten. Hierbei handelt es sich um die Schwester und die Cousine von Francia Márquez. Beide Frauen sind Menschenrechtsverteidigerinnen und hatten am 25. April in Santander del Quilichao im Departamento de Cauca an einer Demonstration teilgenommen, um den Schutz ihrer Rechte auf Leben und angestammte Territorien einzufordern (Cuidado de la Vida y el Territorio Ancestral). Berichten zufolge haben Angehörige der Spezialeinheit Escuadrón Móvil Antidisturbios exzessive Gewalt gegen einige Demonstrierende angewandt.

Hintergrundinformationen, Musterbriefe und schneller E-Mailappell

Bitte senden Sie Ihren Appell bis 10. Juni 2016 auch an die Botschaft der Republik Kolumbien in Wien:

Botschaft der Republik Kolumbien

Stadiongasse 6-8/15, 1010 Wien

Telefax: (+43 / 1) 408 83 03

 

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