Chile: Totalverbot von Schwangerschaftsabbruch verletzt Frauenrechte

Chile ist eines der wenigen Länder auf der Welt, das einen Schwangerschaftsabbruch unter allen Umständen verbietet. Doch nun diskutiert der chilenische Kongress eine Änderung dieser frauenrechtsverachtenden Gesetzgebung. 

Amnesty nutzt das Momentum und fordert die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches in diesem Land.

INGLES_amnistia_internacional_mujer_abortoChile hält formell am Verbot von Schwangerschaftsabbruch fest – ebenso wie El Salvador, Haiti, Honduras, Nicaragua, Surinam, Malta, Andorra und der Vatikan. Eine Frau kann in Chile unter keinen Umständen auf legale Weise einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen – weder wenn die Schwangerschaft ihr Leben oder ihre Gesundheit gefährdet, noch wenn sie das Resultat einer Vergewaltigung ist oder der Embryo nicht überlebensfähig ist.

Frauen, welche die Mittel dazu haben, reisen für einen Schwangerschaftsabbruch ins Ausland. Alle anderen müssen auf eine heimliche und gesundheitsgefährdende Abtreibung zurückgreifen, die sie vor dem Gesetz zu Kriminellen macht. Müssen sie wegen Komplikationen einen Arzt aufsuchen, riskieren sie eine Anzeige. Diese restriktive Gesetzgebung verletzt die Menschenrechte der Frauen und Mädchen.

Am 31. Januar 2015 legte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet dem Kongress einen Gesetzesvorschlag vor, welcher dem vollständigen Abtreibungsverbot ein Ende machen würde. Er sieht einen Zugang zum legalen Schwangerschaftsabbruch vor für Frauen, deren Leben gefährdet ist, deren Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist oder deren Embryo nicht überlebensfähig ist.

Zurzeit diskutiert der Senat den Gesetzesvorschlag.

 

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