Archiv der Kategorie: Kampagnen

FLUCHT VOR DER GEWALT IN ZENTRALAMERIKA

Andrés (Name geändert), 16 Jahre alt, misshandelt von Sicherheitskräften in El Salvador, 12. May 2016. © Amnesty International / Encarni Pindado

In Zentralamerika spielt sich ein Flüchtlingsdrama ab, das angesichts der veränderten politischen Situation in den USA eine besondere Brisanz erhält. Tausende von Menschen verlassen täglich das Länderdreieck El Salvador, Guatemala und Honduras, um sich und ihre Familien in Sicherheit vor der alltäglichen Gewalt in ihren Heimatländern zu bringen. Die Pläne der US-Regierung, die Grenze zwischen Mexiko und den USA dicht zu machen, haben gravierende Folgen für die Migrant*innen.

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VERBOT VON SCHWANGERSCHAFTS-ABBRUCH FÜHRT ZUM TOD HUNDERTER FRAUEN

Frauengruppen demonstrieren am 1. Juli 2014 vor dem Parlament von El Salvador für die Freilassung von 17 Frauen, die Fehlgeburten erlitten hatten, aber wegen angeblicher Abtreibungen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren. © Jorge Menjívar

In Berichten über die Situation von Frauen und Mädchen in El Salvador schildert Amnesty International seit September 2014 die Auswirkungen des absoluten Verbots von Schwangerschaftsabbruch auf das Leben von Schwangeren: Gesundheitliche Risiken durch unsichere und heimliche Abtreibungen führen zu einer hohen Müttersterblichkeit; selbst wenn die Schwangerschaft durch Gewalt entstanden ist oder aufgrund von Krankheiten das Leben der werdenden Mutter gefährdet, ist ein Abbruch verboten; Fehlgeburten werden als Abtreibung gewertet und mit bis zu 50 Jahren Haft bestraft.

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Jesidische Frauen nach IS-Terror in Flüchtlingslagern erneut bedroht

Im griechischen Lager Nea Kavala. © Amnesty International / Richard Burton
Im griechischen Lager Nea Kavala. © Amnesty International / Richard Burton

Der Horror, den jesidische Frauen und Mädchen während ihrer Gefangenschaft erleiden mussten, hat fast alle schwer traumatisiert. Geflüchtete Frauen sehen sich in den griechischen Flüchtlingslagern erneuter Gewalt ausgesetzt. Jesidische Frauen nach IS-Terror in Flüchtlingslagern erneut bedroht weiterlesen

El Salvador: Rechtsmittel gegen Freilassung eingelegt

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© Amnesty International

Der Generalstaatsanwalt von El Salvador hat Rechtsmittel gegen die Freilassung von María Teresa Rivera eingelegt. Am 20. Mai hatte ein Richter ihre Freilassung angeordnet, nachdem er befunden hatte, dass die Beweise gegen sie als Grundlage für die Anklagen nicht ausreichend seien. María Teresa Rivera war aufgrund einer Fehlgeburt wegen Mordes zu 40 Jahren Haft verurteilt worden.

Am 21. Juni wurde María Teresa Rivera darüber informiert, dass die Generalstaatsanwaltschaft von El Salvador Rechtsmittel gegen die Entscheidung eines Richters, sie freizulassen, eingelegt und einen Antrag auf Überprüfung der Entscheidung gestellt hat. Der Richter hatte am 20. Mai 2016 ihre Freilassung angeordnet, nachdem er befunden hatte, dass die Beweise gegen sie als Grundlage für die Anklagen nicht ausreichend seien. María Teresa Rivera war 2011 festgenommen und aufgrund einer Fehlgeburt wegen Mordes zu 40 Jahren Haft verurteilt worden.

Amnesty International steht mit den Rechtsbeiständen von María Teresa Rivera und örtlichen Partner*innen in Kontakt, um zu erörtern, welche nächsten Schritte ergriffen werden können, um sicherzustellen, dass sie nicht wieder ins Gefängnis muss.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Es sind derzeit keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich.

Nordirland: „Groteskes Spektakel“ um Schwangerschaftsabbruch

Als Reaktion auf ein weiteres „Abtreibungspillen-Verfahren“, das Anfang April in Belfast verhandelt wurde – eine Frau wird angeklagt, ihrer Tochter Pillen für eine Fehlgeburt gegeben zu haben – sagte Patrick Corrigan, Direktor von Amnesty International Nordirland: „Und wieder einmal haben wir ein groteskes Spektakel der Macht von Nordirlands Strafjustizsystem gegen eine Frau, die nichts anderes wollte als freien Zugang zu einer Dienstleistung des NHS [National Health Service, das staatliche Gesundheitssystem in GB und Nordirland], die in jedem anderen Teil Großbritanniens verfügbar ist. Die Kriminalisierung der Frauen in Nordirland muss aufhören. Reproduktive Gesundheitsfürsorge darf kein Fall  für das Strafrecht mehr sein, sondern ein Anliegen der Volksgesundheit und der Menschenrechte. Schwangerschaftsabbruch sollte eine Angelegenheit zwischen Frauen und Ärzt*innen sein, nicht eine von Gerichten. Nordirlands Gesetze zu Schwangerschaftsabbruch müssen geändert werden, um sie auf internationalen Standard zu bringen. Schwangerschaftsabbruch muss entkriminalisiert werden, und Frauen sollten im Falle tödlicher fetaler Anomalien, Vergewaltigung und Inzest freien Zugang zu Abtreibung haben.“

Michelle Beyers von Amnesty International war im Strafgerichtshof Belfast, um die Verlesung der Anklage zu beobachten, die bis zum 27. April vertagt wurde. Eine Frau wird beschuldigt, in zwei Fällen Pillen besorgt zu haben, die für Schwangerschaftsabbrüche benutzt werden. Ihr Name wird nicht enthüllt, um die Identität ihrer Tochter geheim zu halten. Die angeblichen Straftaten sollen 2013 in Belfast begangen worden sein.

Anfang dieser Woche erhielt eine 21-jährige Nordirin eine dreimonatige Bewährungsstrafe, nachdem sie sich in zwei Anklagen als schuldig bekannte (und zwar, durch Gift bei sich selbst einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt zu haben und jemanden mit Gift versorgt zu haben, um einen Abbruch herbeizuführen).

Zugelassene Medikamente für Schwangerschaftsabbruch werden international als sichere Möglichkeit empfohlen, eine Schwangerschaft im ersten Trimester zu beenden. Mifepriston und Misoprostol stehen auf der Liste unentbehrlicher Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation. Jedoch führt die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbruch dazu, dass Frauen und Mädchen diese Pillen ohne wirkungsvolle medizinische Überwachung einnehmen, was zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen führen könnte.

„Eine Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch braucht, ist keine Kriminelle und sollte nicht als solche behandelt werden. Hier in der Republik droht Frauen eine vierzehnjährige Gefängnisstrafe, falls sie einen Schwangerschaftsabbruch haben, ohne sich in Lebensgefahr zu befinden. Dieser Fall beweist wieder einmal, dass die Kriminalisierung Frauen nicht davon abhält, Schwangerschaftsabbrüche herbeizuführen. Anstatt Frauen dafür zu bestrafen, die Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen, die sie brauchen, sollte die neue Regierung unsere Abtreibungsgesetze reformieren, um sie auf den internationalen Standard der Menschenrechte zu bringen. Das irische Volk unterstützt diese Ansicht. 71% fordern die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbruch in der kürzlich durchgeführten Amnesty International/Rotes Kreuz – Umfrage. Die neue Regierung darf den Frauen nicht den Rücken zudrehen, ebenso wenig der irischen Bevölkerung, die unsere Forderung nach Veränderung überwiegend unterstützt“, sagte Colm O´Gorman, Geschäftsführer von Amnesty International Irland.

Northern Ireland: “Grotesque Spectacle” of Women Before Courts Must End, as Second ‘Abortion Pills’ Trial Starts

A woman seeking an abortion is not a criminal

 

Irland: Amnesty-Kampagne zu Schwangerschaftsabbruch wirkt

„Feiern wir die irische Bevölkerung dafür, dass sie Forderungen für das Wohl der Frauen stellen!“, erklärte Amnesty International zum St. Patrick´s Day 2016, um den Standpunkt der Ir*innen zum Thema Schwangerschaftsabbruch genauer zu beleuchten. Irland: Amnesty-Kampagne zu Schwangerschaftsabbruch wirkt weiterlesen

Lateinamerika: Der Staat fördert Gewalt gegen Frauen

Ein neuer Amnesty-Bericht kritisiert die Diskriminierung von Frauen und Gewalt gegen sie, die von Staaten in Lateinamerika und der Karibik mitverursacht sind, weil ihnen sexuelle und reproduktive Rechte verwehrt werden. Lateinamerika: Der Staat fördert Gewalt gegen Frauen weiterlesen