Iran: Sorge um Gesundheit

Dr. Homa Hoodfar: © privat
Dr. Homa Hoodfar: © privat

Der gesundheitliche Zustand der renommierten Anthropologie-Professorin Dr. Homa Hoodfar, die sich seit dem 6. Juni in Einzelhaft befindet, hat sich stark verschlechtert. Sie leidet an einer neurologischen Erkrankung, für die sie keine fachärztliche Behandlung erhält. Es wird befürchtet, dass die Behörden ihr auch die erforderlichen Medikamente verweigern.

Dr. Homa Hoodfar verfügt über die kanadische, iranische und irische Staatsbürgerschaft und ist eine renommierte Anthropologie-Professorin an der Concordia University in Montreal. Seit ihrer willkürlichen Festnahme am 6. Juni befindet sie sich als gewaltlose politische Gefangene im Evin-Gefängnis in Teheran in Einzelhaft. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Sie leidet an einer neurologischen Erkrankung namens Myasthenia gravis. Hierbei handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch eine gestörte Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel gekennzeichnet ist und sich unter Stress verschlimmert. Ihre Angehörigen durften sie nur ein Mal im August besuchen. Dabei erfuhren sie, dass Dr. Homa Hoodfar um den 8. August vorübergehend in das Gefängnis-Krankenhaus oder ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses verlegt worden war, weil sie große Schwierigkeiten beim Schlucken hatte – Symptom einer fortgeschrittenen Myasthenia gravis. Ihre Familie erfuhr nicht, was für eine Behandlung sie erhalten und wann man sie ins Gefängnis zurück gebracht hatte. Das Treffen dauerte nur zehn Minuten und fand in Anwesenheit von Beamt*innen des Geheimdienstes satt, sodass sie sich nicht frei unterhalten konnten. Die Angehörigen von Dr. Homa Hoodfar gaben an, dass sie verwirrt wirkte, ihre Hände zitterten und sie Probleme beim Laufen und Sprechen hatte.

Dr. Homa Hoodfar wird seit ihrer Festnahme das Recht auf rechtlichen Beistand verwehrt. Auch während ihrer Verhöre darf ihr Anwalt nicht anwesend sein. Die Justizbehörden weigern sich, ihrem Rechtsbeistand die Gerichtsakte zu ihrem Fall zu übermitteln und haben ihm lediglich mündlich mitgeteilt, dass sie wegen „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ und „Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen“ angeklagt sei. Im Juli gewährte man ihr ein kurzes Treffen mit ihrem Anwalt, verweigerte ihr jedoch das Recht, sich mit ihm vertraulich zu unterhalten, da das Treffen in Anwesenheit von Geheimdienstbeamt*innen stattfand. Anschließend wurden alle Anträge ihres Anwalts, sie in Haft besuchen zu dürfen, abgelehnt. Auch seine wiederholten Anträge auf eine Freilassung gegen Kaution blieben erfolglos. Im August teilten die Justizbehörden ihrem Anwalt mit, dass er Dr. Homa Hoodfar nicht länger vertreten könne. Ihre Familie beauftragte anschließend einen neuen Rechtsbeistand, dem jedoch ebenfalls mitgeteilt wurde, dass er den Fall nicht übernehmen könne. Derzeit versucht ihre Familie, einen dritten Rechtsbeistand zu beauftragen. Der Fall von Dr. Homa Hoodfar ist der Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran übergeben worden.

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  • Bitte lassen Sie Dr. Homa Hoodfar sofort und bedingungslos frei, da sie eine gewaltlose politische Gefangene ist, die nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit inhaftiert ist.
  • Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass sie bis zu ihrer Freilassung Zugang zu fachärztlicher Behandlung außerhalb des Gefängnisses erhält. Zudem möchte ich Sie daran erinnern, dass eine Verweigerung der medizinischen Behandlung Folter und anderweitiger Misshandlung gleichkommen kann.
  • Stellen Sie bitte auch sicher, dass sie regelmäßigen Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und zu ihrer Familie, einschließlich ihrer im Ausland lebenden Verwandten, hat. Zudem müssen ihr ausreichend Zeit und angemessene Räumlichkeiten bereitgestellt werden, um vertraulich mit ihrem Rechtsbeistand sprechen zu können. Bitte gewähren Sie ihr außerdem Zugang zu den konsularischen Vertreter*innen Kanadas und Irlands.

APPELLE AN

(bitte senden Sie Ihre Appelle über die Botschaft)
RELIGIONSFÜHRER
Ayatollah Sayed ‚Ali Khamenei
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
über
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

OBERSTE JUSTIZAUTORITÄT
Ayatollah Sadegh Larijani
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
über
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

KOPIEN AN
PRÄSIDENT
Hassan Rouhani
über
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

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