Haiti: Frauenrechtsaktivistinnen bedroht

Einige Mitglieder von KOFAVIV, einer Organisation für Frauenrechte in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, sind wiederholt bedroht und schikaniert worden. Amnesty International befürchtet, dass sie in großer Gefahr sind.

Allein den ersten 150 Tagen nach dem Beben wurden 250 Vergewaltigungen in 15 unterschiedlichen Camps gemeldet: © Amnesty International
Allein den ersten 150 Tagen nach dem Beben wurden 250 Vergewaltigungen in 15 unterschiedlichen Camps gemeldet: © Amnesty International

Mehrere Mitglieder der haitianischen Frauenrechtsorganisation Komisyon Fanm Viktim Pou Viktim (KOFAVIV), unter ihnen die Generalsekretärin Marie Eramithe Delva, erhalten seit März per Anruf und SMS Drohnachrichten, darunter auch Morddrohungen. Am 7. Juni ging per SMS eine Drohnachricht an die Generalsekretärin und an den Rechtsanwalt von KOFAVIV. In den frühen Morgenstunden des 28. April wurde beobachtet, wie drei bewaffnete Männer vor dem Büro der Organisation gegen das Treppengeländer schlugen. Anschließend waren dort mehrere Schüsse zu hören.

KOFAVIV wurde von Vergewaltigungsopfern aus den ärmsten Vierteln der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince gegründet und unterstützt diese. Die Mitglieder bieten wichtige und sofortige Unterstützung für Überlebende von Vergewaltigungen an, indem sie diese beispielsweise ins Krankenhaus und zur Polizeiwache begleiten. In den vergangenen Jahren hat KOFAVIV zudem begonnen, Überlebenden von Vergewaltigungen Unterkünfte bereitzustellen. Die Organisation hat außerdem eine Hotline ins Leben gerufen, über die Fälle sexueller Gewalt gemeldet werden können. Seit dem zerstörerischen Erdbeben von 2010 tragen die Mitglieder mit ihrer Arbeit entscheidend dazu bei, die Sicherheit und das Wohlergehen der Frauen, die in den Flüchtlingslagern leben, zu gewährleisten. In den vergangenen Monaten sind viele Menschenrechtsverteidiger_innen in Haiti angegriffen worden. Die haitianischen Behörden müssen unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um ihnen und ihren Familien angemessenen Schutz zur Verfügung zu stellen.

Mehr Information, Appelladressen, Musterbriefe und schneller E-Mail-Appell

Aktion aktuell bis 25. Juli 2014

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