Urgent Action Iran: Elf Frauen misshandelt

Mindestens elf Frauen der religiösen Minderheit der Gonabadi-Derwische sind seit dem 20. Februar unter unmenschlichen Bedingungen willkürlich inhaftiert und haben keinen Zugang zu Rechtsbeiständen. Sie wurden nach der gewaltsamen Auflösung einer Protestveranstaltung der Gonabadi-Derwische in Teheran festgenommen. Einige benötigen dringend medizinische Versorgung für die Verletzungen, die sie von den Schlägen bei der Festnahme davongetragen haben.

Setzen Sie sich jetzt für die elf Frauen im Iran ein!

Am 19. Februar nahmen iranische Sicherheitskräfte  mindestens 60 Frauen der im Iran verfolgten Gemeinschaft der Gonabadi-Derwische gewaltsam fest, weil sie in Teheran an einer Protestveranstaltung teilgenommen hatten. Die Veranstaltung schlug in Gewalt um, als Sicherheitskräfte begannen Schläge auszuteilen und Schusswaffen, Wasserwerfer und Tränengas einzusetzen, um die Menge auseinanderzutreiben. Die Frauen wurden in das Haftzentrum Vozara gebracht, wo sie ihren Angaben zufolge übergriffigen Leibesvisitationen durch Beamtinnen, einschüchternden Verhören und Beleidigungen ausgesetzt waren und angeschrien wurden. In den folgenden 24 Stunden brachten die Behörden zehn Frauen in die Quarantäne-Abteilung des Gefängnis Shahr-e Rey in der Nähe von Teheran und ließen die übrigen frei. Bei den überstellten Frauen handelt es sich um Shokoufeh Yadollahi, Sepideh Moradi, Maryam Farisani, Nazila Nouri, Sima Entesari, Shima Entesari, Shahnaz Kiani, Maryam Barakouhi, Elham Ahmadi und Avisha Jalaledin. Nach einigen Tagen wurde eine elfte Frau, Sedigheh Safabakht, die zuvor offenbar im Evin-Gefängnis festgehalten worden war, ebenfalls in das Gefängnis Shahr-e Rey gebracht. Berichten zufolge werden einige der Frauen mitten in der Nacht zu Verhören geholt und dabei verbal misshandelt und bedroht.

Das Gefängnis Shahr-e Rey ist eine ehemalige Hühnerfarm, in der Hunderte wegen Gewaltverbrechen verurteilter Frauen unter Bedingungen in Haft sitzen, die weit unter den Mindestgrundsätzen für die Behandlung von Gefangenen (Nelson-Mandela-Regeln) liegen. Häufige Beschwerden nennen Böden voller Urin, Mangel an frischer Luft, ungenügende und schmutzige Bäder, ansteckende Krankheiten, schlechtes Essen, in dem sich kleine Steine befinden, und salziges Wasser. In den vergangenen Tagen haben sich die Frauen über Abwassergerüche beschwert, die aus der Kanalisation kommen und ihre Zellen mit Gestank füllen. Daraufhin hat Shima Entesari, die an Asthma leidet, große Atemprobleme bekommen und benötigte zusätzlichen Sauerstoff. Zudem haben Augenzeug*innen berichtet, dass Sicherheitskräfte Shokoufeh Yadollahi bei der Festnahme so schwer geschlagen haben, dass sie Kopfverletzungen davontrug. Die Behörden haben ihr den Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert, offenbar nachdem sie sich geweigert hatte, in Hand- und Fußschellen zum Krankenhaus gebracht zu werden. Berichten zufolge leiden mehrere Frauen an Vaginalblutungen aufgrund von Schlägen auf die Geschlechtsorgane während der Festnahme.

Die Gonabadi-Derwische im Iran betrachten sich als schiitische Muslime. Doch wegen ihrer Sufi-Überzeugungen und Praktiken werden sie von den Behörden diskriminiert, schikaniert, willkürlich festgenommen und inhaftiert und es kommt zu Angriffen gegen ihre Gebetshäuser. Am 6. März 2018 gab das geistliche Oberhaupt der Gonabadi-Derwische Noor Ali Tabandeh in einer gefilmten Erklärung bekannt, dass die Behörden ihm untersagen, dass Haus zu verlassen. Weitere Informationen über die genauen Umstände gab er nicht.

Setzen Sie sich jetzt für die elf Frauen im Iran ein!

Urgent Action bis 10. Mai 2018

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