Türkei: Freiheit für Idil Eser

In der Türkei sind am 5. Juli die Direktorin von Amnesty International, Idil Eser, und sieben weitere Menschenrechtsverteidiger*innen verhaftet worden. Auch zwei ausländischen Referenten eines Workshops zur digitalen Sicherheit in Büyükada bei Istanbul wurden abgeführt. Inzwischen wurde über sechs der Festgenommenen Untersuchungshaft verhängt. Eine Justizfarce

Fordere mit uns die sofortige Freilassung von Idil Eser und den anderen Festgenommenen.

„Wir sind tief beunruhigt und erzürnt, dass einige der führenden türkischen Menschenrechtsverteidiger*innen, darunter die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, dermaßen unverfroren und grundlos verhaftet wurden“, sagte Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International über die Festnahme. „Die Isolationshaft von Idil Esel und diejenige der anderen Menschenrechtsverteidiger*innen ist ein grotesker Machtmissbrauch und zeigt, in welch prekärer Lage sich Menschenrechtsaktivist*innen in der Türkei befinden. Die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty muss sofort und bedingungslos freigelassen werden.“

„Die Staats- und Regierungschefs der mächtigsten Länder der Welt, die gerade zum G20-Gipfel in Hamburg zusammenkommen, waren bislang erstaunlich tolerant angesichts der Niederschlagung der Menschenrechte in der Türkei. Mit Präsident Erdogan in ihren Reihen wäre jetzt der Moment, deutlich zu werden und die Freilassung aller Menschenrechtsverteidiger* innen aus türkischen Gefängnissen zu verlangen.“

Hintergrund. Der Aufenthaltsort von Idil Eser und der anderen Verhafteten war anfangs unbekannt. Ihnen wurden offenbar der Zugang zu Anwält*innen und der Kontakt zu ihren Familienangehörigen verwehrt. Gegen sie und neun weitere wird mittlerweile wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ ermittelt.

Bei den verhafteten Menschenrechtsverteidiger*innen handelt es sich um: Ýlknur Üstün (Women’s Coalition), Ýdil Eser (Amnesty International), Günal Kurþun (Anwalt, Human Rights Agenda Association), Nalan Erkem (ANWALT, Citizens Assembly), Nejat Taþtan (Equal Rights Watch Association), Özlem Dalkýran (Citizens’ Assembly), ªeyhmuz Özbekli (Anwalt), Veli Acu (Human Rights Agenda Association).

Bei den verhafteten Workshop-Leitern handelt es sich um einen deutschen und einen schwedischen Staatsbürger. Die Verhaftungen erfolgten weniger als einen Monat nach der Festnahme von Taner Kilic, dem Präsidenten der türkischen Sektion von Amnesty. Er befindet sich aufgrund haltloser Vorwürfe in Untersuchungshaft.

 

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