Sudan: Steinigung verhindert

Am 3. Juli wurde Intisar Sharif Abdallah freigelassen, nachdem das Strafgericht Ombada in der Neuverhandlung alle Anklagen aufgrund mangelnder Beweise fallenließ. Das Berufungsgericht in Omdurman hatte die Verurteilung zum Tod durch Steinigung aufgehoben und das Verfahren an das Strafgericht Ombada zurückverwiesen.Im ursprünglichen Verfahren hatte das Strafgericht Ombada in Omdurman, einem Vorort der Hauptstadt Khartum, Intisar Sharif Abdallah am 13. Mai wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Das Urteil gründete sich allein auf die Aussage von Intisar Sharif Abdallah, die sie gemacht hatte, nachdem sie kurz zuvor von ihrem Bruder geschlagen worden war. Im ersten Gerichtsverfahren war der Beschuldigten eine rechtliche Vertretung verweigert worden.
Nach dem Urteil vom 13. Mai legten die AnwältInnen von Intisar Sharif Abdallah Rechtsmittel beim Berufungsgericht in Omdurman ein. Am 20. Juni hob das Berufungsgericht das Todesurteil vom 13. Mai auf und ordnete die Neuverhandlung vor dem Strafgericht Ombada an. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem Verstoß des Strafgerichts Ombada gegen die verfassungsmäßig garantierten Rechte der Angeklagten auf rechtliche Vertretung.
Bei der Neuverhandlung am 2. Juli vor dem Strafgericht Ombada erklärten die Anwälte von Intisar Sharif Abdallah, dass sie ihr "Geständnis" widerrufen habe und die Vorwürfe zurückweise. Am Tag darauf stellte das Strafgericht Ombada das Verfahren aufgrund mangelnder Beweise ein und bezog sich dabei auf Paragraph 141 des sudanesischen Strafverfolgungsgesetzes von 1991. Intisar Sharif Abdallah wurde noch am selben Tag freigelassen. Es liegen keine Anklagen mehr gegen sie vor.
Vielen Dank allen, die Intisar Sharif Abdallah unterstützt haben. Weitere Appellschreiben sind nicht erforderlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.