Sudan: Nach Vergewaltigung zum Tode verurteilt

Noura Hussein Hamad Daoud tötete ihren Mann in Notwehr. © privat

Die neunzehnjährige Noura Hussein Hamad Daoud wurde am 10. Mai zum Tode verurteilt, nachdem sie in Notwehr ihren Ehemann getötet hatte, als er zum zweiten Mal versuchte, sie zu vergewaltigen. Ein sudanesisches Gericht fand sie am 29. April schuldig, ihren Ehemann Abdulrahman Mohamed Hammad getötet zu haben.

 

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Noura Hussein Hamad Daouds Fall verdeutlicht das Versagen der sudanesischen Regierung, das Problem der Frühverheiratung und Vergewaltigung in der Ehe zu lösen.

Die 19-jährige Noura Hussein Hamad Daoud wurde auf der Grundlage von Paragraf 130 des sudanesischen Strafgesetzbuchs von 1991 des Mordes an ihrem Ehemann Abdulrahman Mohamed Hammad schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Ihre Rechtsbeistände können bis zum 25. Mai Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Ihr Gerichtsverfahren begann im Juli 2017 und das Zentralgericht von Omdurman befand Noura Hussein Hamad Daoud am 29. April schuldig, ihren Ehemann ermordet zu haben. Der Vorsitzende Richter wandte ein veraltetes Gesetz an, das Vergewaltigung in der Ehe nicht als Straftat anerkennt. Das Strafmaß sollte später bestimmt werden, um den Angehörigen des verstorbenen Ehemanns die Möglichkeit zu geben, zwischen einer Begnadigung und einer finanziellen Entschädigung, die unter dem Begriff Diya bzw. „Blutgeld“ bekannt ist, zu wählen oder die Todesstrafe zu fordern. Die Familie sprach sich für die Verhängung der Todesstrafe aus.

Nach eigenen Angaben wurde Noura Hussein Hamad Daoud im Alter von 16 Jahren gegen ihren Willen mit Abdulrahman Mohamed Hammad verlobt und im April 2017 mit ihm verheiratet. Nach sudanesischem Recht können Kinder ab dem Alter von zehn Jahren verheiratet werden. Als sich Noura Hussein Hamad Daoud weigerte, die Ehe zu vollziehen, lud Abdulrahman Mohamed Hammad zwei seiner Brüder und einen Cousin ein, die die junge Frau dann festhielten, während er sie vergewaltigte. Am nächsten Morgen, dem 3. Mai, versuchte Abdulrahman Mohamed Hammad erneut sie zu vergewaltigen und Noura Hussein Hamad Daoud verteidigte sich mit einem Messer. Ihr 27-jähriger Ehemann starb an den Folgen der dabei erlittenen Verletzungen. Eine ärztliche Untersuchung zeigte, dass auch Noura Hussein Hamad Daoud durch das Handgemenge mit ihrem Ehemann Verletzungen davongetragen hatte.

In den vergangenen Jahren setzen sich Frauenorganisationen ohne Unterlass für eine Änderung des Personenstandsrechts im Sudan, darunter auch das Mindestheiratsalter, ein. Das sudanesische Recht erlaubt, Kinder mit zehn Jahren zu verheiraten und verstößt damit gegen die sudanesische Übergangsverfassung von 2005. Artikel 21 der Übergangsverfassung definiert ein Kind als „eine Person unter 18 Jahren“. Der Sudan hat zudem das Übereinkommen über die Rechte des Kindes ratifiziert, das ein Kind ebenfalls als eine Person unter 18 Jahren bezeichnet.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe grundsätzlich und ohne Ausnahme ab, ungeachtet der Art und Umstände des Verbrechens, der Schuld oder Unschuld oder anderer Eigenschaften der Person oder der Hinrichtungsmethode.

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Urgent Action aktuell bis 26. Juni 2018

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