Peru: Máxima Acuña siegt vor Gericht

Máxima Acuña beim Auspacken der Solidaritätsbotschaften aus der ganzen Welt, die sie gleich kistenweise erhielt. © Amnesty International

Die peruanische Kleinbäuerin Máxima Acuña widersetzt sich seit Jahren einem mächtigen Bergbauunternehmen, das sie von ihrem Land vertreiben will. Nun hat ihr das Oberste Gericht Perus Recht gegeben. Amnesty International hatte sie in ihrem Kampf unterstützt.

Die Kleinbäuerin Máxima Acuña sitzt buchstäblich auf einem Goldschatz. Doch reich macht sie das nicht. Stattdessen wird sie seit Jahren bedroht: Das Bergbauunternehmen Yanacocha will auf ihrem Land eine Goldmine bauen – und versucht sie mit allen Mitteln zu vertreiben. Auch juristisch: Der Konzern verklagte sie im Jahr 2011 wegen «Landbesetzung». Nun hat das Oberste Gericht des Landes das Verfahren endgültig eingestellt. Der Richterspruch ist ein Meilenstein für den Umweltschutz in Peru.

«Viele Menschen, die sich in Peru für den Umweltschutz engagieren, werden mit konstruierten Anklagen überzogen und öffentlich als Kriminelle diffamiert», sagt Erika Guevara-Rosas, Direktorin für die Region Amerika bei Amnesty International. «Die Behörden müssen dafür sorgen, dass die Justiz nicht länger missbraucht wird, um Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger einzuschüchtern und zu schikanieren.»

Máxima Acuña musste sich nicht nur vor Gericht gegen Angriffe verteidigen: 2011 schlugen Polizisten sie und ihre Tochter bewusstlos. Mehrmals versuchte die Polizei, ihr Land gewaltsam zu räumen. Im Frühjahr 2016 vernichteten private Sicherheitskräfte des Bergbauunternehmens Yanacocha ihre Kartoffelernte. Ihm Oktober 2016 suchten sie ihr Grundstück mit Schutzschilden und Helmen erneut auf, um Feldfrüchte zu zerstören. Als Máxima Acuña und ihr Mann versuchten, dies zu verhindern, wurden sie von den Sicherheitsleuten gewaltsam angegangen.

Máxima Acuña ist in ihrer Heimat zu einer Ikone des Widerstands geworden. Im April 2016 nahm sie in San Francisco den Goldman-Preis entgegen, der als «Nobelpreis für Umweltschutz» gilt.

Amnesty International hat Máxima Acuña in ihrem Kampf intensiv unterstützt. Im Februar 2017 reiste eine Amnesty-Delegation nach Peru, um ihr 150’000 Solidaritätsschreiben zu übergeben, die Amnesty im Rahmen des Briefmarathons gesammelt hatte. In den Schreiben forderten Menschen aus aller Welt die peruanischen Behörden auf, Máxima Acuña vor tätlichen Angriffen, Schikanen und Einschüchterungen zu schützen.

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