Iran: Journalistin im Hungerstreik

Hengameh Shahidi war vor der Präsidentschaftswahl 2009 Beraterin des Kandidaten Mehdi Karroubi. © privat

Die in Teheran inhaftierte iranische Journalistin Hengameh Shahidi befindet sich in kritischem Zustand. Aus Protest gegen ihre Festnahme befindet sie sich im Hungerstreik. Sie ist herzkrank und muss eigentlich Medikamente einnehmen, was sie jedoch verweigert. Die Journalistin wird in Einzelhaft gehalten und hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand.

Die Journalistin und politische Aktivistin Hengameh Shahidi wurde am 9. März willkürlich festgenommen. Am selben Tag trat sie aus Protest gegen ihre Festnahme in den Hungerstreik. Ihr Gesundheitszustand hat sich seither stark verschlechtert. Sie hat ein Herzleiden, weshalb sie in der Vergangenheit bereits ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Hengameh Shahidi benötigt medizinische Versorgung und auch Medikamente, die sie jedoch seit Anfang April nicht mehr zu sich nimmt. Unter Stress verschlechtert sich ihre Erkrankung noch zusätzlich. Seit Anfang April weist sie außerdem die intravenöse Flüssigkeitsgabe zurück.

Hengameh Shahidi wurde von Sicherheitskräften festgenommen, die am 9. März um Mitternacht herum ohne einen Haftbefehl das Haus eines Verwandten in der nordöstlichen Stadt Maschhad durchsuchten, in dem sie sich gerade aufhielt. Die Journalistin wurde zunächst in einer Hafteinrichtung in Maschhad festgehalten, bevor man sie in das Teheraner Evin-Gefängnis verlegte. Dort wird sie derzeit in Einzelhaft festgehalten. Sie befindet sich in Trakt 209, der dem Geheimdienstministerium untersteht.

Hengameh Shahidi wurde nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert und hat keinen Zugang zu ihrem Rechtsbeistand. Ihr Anwalt Mostafa Tork Hamedani sagte in einem Interview mit der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur ILNA, Hengameh Shahidi werde einer nicht näher benannten „Straftat gegen die öffentliche Sicherheit“ bezichtigt und sei auf Geheiß des Sonderstaatsanwalts für Straftaten im Bereich Medien und Kultur festgenommen worden, welcher der Teheraner Generalstaatsanwaltschaft untersteht.

Hengameh Shahidi ist eine von zahlreichen Journalist_innen, die derzeit einer neuen Festnahmewelle im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Mai 2017 ausgesetzt sind. Sie war bereits im Jahr 2009 kurz nach den damaligen Präsidentschaftswahlen wegen ihres Aktivismus und ihrer journalistischen Tätigkeiten inhaftiert worden. 2011 wurde sie aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen.

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  • Bitte lassen Sie Hengameh Shahidi umgehend und bedingungslos frei, da sie offenbar lediglich aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert ist.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass sie bis zu ihrer Freilassung Zugang zu qualifiziertem Ärztepersonal hat, das sie entsprechend der Medizinethik versorgt und die Grundsätze der Vertraulichkeit, Patientenautonomie und informierte Einwilligung einhält.
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass sie bis zu ihrer Freilassung nicht mit Strafmaßnahmen für ihren Hungerstreik belegt wird, z. B. durch verlängerte Einzelhaft, da dies grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe gleichkommt und möglicherweise als Folter betrachtet werden kann.

APPELLE AN

OBERSTE JUSTIZAUTORITÄT
Ayatollah Sadegh Larijani
c/o Public Relations Office
Number 4, Deadend of 1 Azizi
Above Pasteur Intersection, Vali Asr Street
Tehran
IRAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

RELIGIONSFÜHRER
Ayatollah Sayed ‚Ali Khamenei
Islamic Republic Street – End of Shahid Keshvar Doust Street
Tehran
IRAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

KOPIEN AN
PRÄSIDENT
Hassan Rouhani
The Presidency
Pasteur Street
Pasteur Square
Tehran
IRAN

BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Dr. Ebadollah Molaei
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 46 94, 713 57 33
E-Mail: public@iranembassy-wien.at

Ein Gedanke zu „Iran: Journalistin im Hungerstreik“

  1. Ich ersuche um Freilassung der Gefangenen. Freie Meinungsäußerung soll erlaubt sein.

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