Erfolge für Frauenrechte 2017

Amnesty-Unterstützer*innen haben 2017 viele Erfolge möglich gemacht. Hier einige, die die Rechte von Frauen und Mädchen betreffen. Danke für Ihren Einsatz!

MÄRZ 2017

Argentinien entscheidet, dass Fehlgeburten nicht strafbar sind

Protest zum Weltfrauentag in Argentinien 2017 © Amnesty International Argentinien

Als die 27-jährige Belén in einem öffentlichen Krankenhaus in Argentinien eine Fehlgeburt erlitt, wurde sie unter drakonischen Gesetzen, die ein absolutes Verbot von Schwangerschaftsabbruch vorsehen, zu einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Nachdem sie vor dem Obersten Gerichtshof Berufung einlegte und Amnesty International und andere Akteur*innen  im Rahmen einer großangelegten Kampagne auf ihren Fall aufmerksam machten, wurde Belén freigesprochen: Es ist ein großer Schritt für die Wahrung der Menschenrechte in Argentinien.

APRIL 2017

Gesetzesreform zu Schwangerschaftsabbrüchen in Irland rückt näher

Demo für einen erleichterten Zugang zu Schwangerschaftsabbruch in der irischen Hauptstadt Dublin im September 2015 © Amnesty International Ireland

Ein Komitee, das die strengen Gesetze zum Verbot von Schwangerschaftsabbruch in Irland untersuchte, stimmte für eine Gesetzesreform, die Frauen und Mädchen den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erleichtert. Daraufhin sprachen sich zwei Drittel der Bürgerversammlung für das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch auf Antrag aus. Die Reform-Empfehlungen der Versammlung liegen nun dem Parlament vor. Das Abstimmungsergebnis deckt sich mit einer kürzlich von Amnesty International in Auftrag gegebenen Umfrage, der zufolge sich 80 Prozent der irischen Bevölkerung dafür aussprechen, die Gesundheit der Frauen bei etwaigen Reformen des irischen Verbots von schwangerschaftsabbruch in den Mittelpunkt zu stellen. Amnesty International hatte auch die erschütternden Erfahrungen der Frauen und Mädchen dokumentiert, die sich in Irland um einen Schwangerschaftsabbruch bemühten: Ihre Rechte werden durch die strengen Abtreibungsgesetze vielfach verletzt.

MAI 2017

Peru trifft historische Entscheidung in Prozess gegen Umweltschützerin
Einen vielbeachteten Sieg erreichten peruanische Umweltschützer*innen im Fall der Menschenrechtsaktivistin Máxima Acuña. Vor fast fünf Jahren wurde Máxima völlig grundlos angezeigt, weil sie in ein fremdes Grundstück eingedrungen war. Nun erklärte das peruanische Höchstgericht die Anschuldigungen für haltlos. Im Vorfeld der Entscheidung wurden mehr als 150.000 Unterstützungs- und Solidaritätsbekundungen von Amnesty-Unterstützer*innen gesammelt. Unsere Kolleg*innen überreichten Máxima die Briefe persönlich in ihrem Haus in den peruanischen Bergen.

Chelsea Manning kommt frei

Chelsean Manning, US-amerikanische Whistleblowerin, die ursprünglich zu 35 Jahren Haft verurteilt wurde. © Privat

„Ich unterstütze eure Arbeit, mit der ihr Menschen schützt, denen Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit und Würde vorenthalten werden“.

Chelsea Manning wurde am 17. Mai freigelassen, nachdem ihre 35-jährige Freiheitsstrafe wegen Weitergabe vertraulicher Informationen im Januar durch den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama erheblich verkürzt worden war. Mehr als 250.000 Menschen hatten 2015 im Rahmen des Amnesty-Briefmarathons Briefe geschickt, in denen sie die Freilassung von Chelsea Manning forderten.

Taiwans höchstes Gericht spricht sich für die Ehe für alle aus

Menschen feiern in Taiwans Hauptstadt Taipeh die Gerichtsentscheidung zur gleichgeschlechtlichen Ehe im Mai 2017 © Amnesty International

Im Mai hat das Verfassungsgericht von Taiwan entschieden, dass das bisher geltende Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen gegen den in der Verfassung verankerten Schutz der Menschenwürde und gegen die Gleichberechtigung verstoße. Damit spricht sich Taiwan als erstes asiatisches Land für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Amnesty-Unterstützer*innen aus mehr als 40 Ländern hatten die taiwanesischen Behörden aufgefordert, „Ja zu sagen“. Amnesty Taiwan und Partnerorganisationen hatten die Argumente aus aller Welt in einer Großveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert. Die taiwanesische Regierung hat nach der Gerichtsentscheidung nun zwei Jahre Zeit, die entsprechenden Gesetze auf den Weg zu bringen, um die Ehe für alle möglich zu machen. Wir werden uns mit Aktionen verstärkt dafür einsetzen, dass es nicht so lange dauert.

JULI 2017

Bahnbrechender Sieg für Frauenrechte in Chile

Demo für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in Santiago de Chile am 15.07.2017 © Mario Bernetti/AFP/Getty Images

Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen unter bestimmten Umständen ist ein Triumph für die Menschenrechte und ein Sieg für den Schutz von Frauen und Mädchen in ganz Chile. Mit der Entscheidung erklärt Chiles Verfassung Schwangerschaftsabbrüche für zulässig, wenn eine Schwangerschaft das Ergebnis von Vergewaltigung oder Inzest ist, wenn das Leben der schwangeren Frau in Gefahr ist oder wenn feststeht, dass das Kind mit schwersten Behinderungen geboren wird.

OKTOBER 2017

Die Direktorin von Amnesty International Türkei wird freigelassen 

Die Direktorin von Amnesty Türkei, Idil Eser (links) nach ihrer Freilassung.

Im Oktober freuten wir uns über die Freilassung der türkischen Amnesty-Direktorin İdil Eser. Sie wurde im Juli im Rahmen verschärfter Repressionen gegen türkische Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger auf der Grundlage haltloser Vorwürfe in Verbindung mit „Terrorismus“ festgenommen. Sie und indirekt auch ihre Kolleginnen und Kollegen bei Amnesty Türkei wurden mit der Haft auf eine harte Probe gestellt. Ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen dienen uns allen als Inspiration. „Ich glaube, dass Organisationen wie Amnesty International in einer Welt immer wichtiger werden, in der Spaltungen und Fremdenfeindlichkeit immer stärker um sich greifen“, schrieb İdil Eser aus dem Gefängnis: „Ich glaube, dass unser Einsatz die Solidarität der Menschenrechtsorganisationen zueinander gestärkt hat und freue mich sehr darüber.“ Wir bedanken uns bei all jenen in der Bewegung, deren harte Arbeit und Beharrlichkeit zu diesem Ergebnis geführt hat. Wir werden weiterkämpfen, bis auch der Vorsitzende der türkischen Amnesty-Sektion, Taner Kılıç, frei ist; ebenso wie alle anderen, die sich ohne Rechtsgrundlage in Haft befinden.

NOVEMBER  2017

Norwegische Teenager solidarisieren sich mit Taibeh Abbasi

Solidaritätsaktion vor der norwegischen Botschaft in Wien

Tausende Teenager beteiligten sich an einer Solidaritätsdemonstration für die 18-jährige Taibeh Abbasi, der die Abschiebung in ein Land droht, in dem sie noch nie gewesen ist: Afghanistan. Ihr Appell an die norwegische Regierung war deutlich: Schützt afghanische Jugendliche wie Taibeh und zwingt sie nicht, das Land zu verlassen, sobald sie volljährig werden! In Norwegen unterzeichneten mehr als 100.000 Teilnehmende die Amnesty-Petition gegen Abschiebungen nach Afghanistan.

 

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