El Salvador: Teodora bleibt in Haft

© Edgar Romero/Amnesty International

„Die Entscheidung eines Gerichts, die Frau nicht freizulassen, die in El Salvador nach einer Fehlgeburt seit einem Jahrzehnt in Haft ist, ist ein unerhörter Rückschritt für Gerechtigkeit“, sagte Amnesty International.

Teodora erlitt im Jahr 2007 eine Totgeburt, nachdem sie während der Arbeit plötzlich starke Schmerzen hatte.  Die Polizei nahm sie fest, als sie in einer Blutlache lag. Später wurde sie zu 30 Jahren verurteilt, weil sie unter dem absoluten Abtreibungsverbot von El Salvador wegen „schweren Mordes“ verurteilt wurde.
Der Prozess war durch Unregelmäßigkeiten beeinträchtigt.
„Die tragische Geschichte von Teodora ist ein trauriges Beispiel für alles, was mit dem Justizsystem in El Salvador nicht stimmt, wo die Menschenrechte ein fremdes Konzept zusein scheinen“, erklärt Erika Guevara Rosas, Direktorin für Amerika bei Amnesty International. „Anstatt Teodora dafür zu bestrafen, dass sie eine Frau ist, müssen die Behörden in El Salvador dringend ihr unerhörtes Totalverbot von Schwangerschaftsabbruch überprüfen und unverzüglich Schritte unternehmen, um es aufzuheben.“

In Berichten über die Situation von Frauen und Mädchen in El Salvador schildert Amnesty International seit September 2014 die Auswirkungen des absoluten Abtreibungsverbotes auf das Leben von Schwangeren: Gesundheitliche Risiken durch unsichere und heimliche Abtreibungen führen zu einer hohen Müttersterblichkeit; selbst wenn die Schwangerschaft durch Gewalt entstanden ist oder aufgrund von Krankheiten das Leben der werdenden Mutter gefährdet, ist ein Abbruch verboten; Fehlgeburten werden als Abtreibung gewertet und mit bis zu 50 Jahren Haft bestraft.

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